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Blick vom Land aus auf Vororte - Stadtrand - Stadt-Skyline

Stadt-, Land-Flucht – das Spiel des Wohnens

Was wie ein bekanntes Gesellschaftsspiel klingt, steht als Überschrift hier für eine Trendwende beim Wohnen – seit einigen Jahren vollzieht sich in Deutschland ein Wandel: Nachdem jahrzehntelang die Landflucht beklagt wurde – angesichts besserer Arbeitsmöglichkeiten, Infrastruktur und kulturellem Angebot zog es Menschen in die Städte, während ländliche Gefilde verwaisten und vergreisten – kehren viele ihrer Stadt nun den Rücken. Statistiken offenbarten diese Entwicklung schon im Jahr 2014: Erstmals seit 20 Jahren verzeichneten die sieben größten deutschen Städte mehr Abgänge als Zuzüge. Doch woher kommt dieser Sinneswandel? Und wohin zieht es die Leute?

Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf sind – gemessen an der Einwohnerzahl – die größten Städte Deutschlands. Sie gelten als Ballungsräume mit guter Infrastruktur, Arbeitsplätzen und Freizeitwert. Dennoch finden signifikante Abwanderungen statt – vor allem unter den 35 bis 50-Jährigen. In den Jahren 2008 bis 2010 sah das noch ganz anders aus: Damals wuchsen Großstädte wie Ballungsräume, während Dörfer und Kleinstädte eher schrumpften. Die Trendwende folgte in darauffolgenden Jahren, im Zeitraum 2018 bis 2020 großflächig: Seither wanderten viele aus den Städten ab1 – und nicht wenige der bislang Dagebliebenen beabsichtigen, das ebenfalls zu tun. Soweit Großstädte heute noch wachsen, erfolgt das in geringerem Ausmaß, durch Zuzug aus dem Ausland. Gewinnende des neuzeitlichen Phänomens der „Stadtflucht“ sind vor allem Landgemeinden sowie suburbane Räume – und das gleichermaßen in Ost und West.2

Was bewegt Menschen – Gründe für die aktuelle Stadtflucht

Vielfach spielt das Bedürfnis nach mehr Freiraum, Ruhe und sauberer Luft bei der Entscheidung für naturnahe Lebensräume (ebenfalls) eine Rolle – oft ist es aber schlicht und einfach „nur“ das Geld: Denn im Zuge fortschreitender (Wohn-)Raumknappheit sind die Preise für Eigentum und Mieten während der letzten Jahre vor allem in den Innenstädten der Metropolen geradezu explodiert. Viele Menschen – besonders Alleinverdienende mit Kindern – können sich den Wohnraum dort kaum noch leisten, oder werden von Vermietenden, die aus einer schier endlosen Bewerberzahl die solventesten Mietparteien auswählen können, gar nicht erst in Erwägung gezogen.

Seit erstem Quartal 2020 ist dann mit Corona noch ein weiterer, den Wegzugs-Trend verstärkender Faktor hinzugekommen: Denn mit einhergehenden Kontaktbeschränkungen waren auf einmal viele für Stadt-Fans ausschlaggebende Attribute städtischen Wohnens weg: Ausgangssperren wurden verhängt. Gastronomie und Kultur kamen zum Erliegen. Geschäfte mussten schließen (einige kamen auch nach Wegfall der Maßnahmen nicht wieder auf die Beine) … Aus war’s mit hippem urbanen Nachtleben und Stadtbummel – der Aktionsradius vieler Menschen erstreckte sich in dieser Zeit fast nur noch aufs eigene Zuhause, sodass dessen Größe und Ausstattung relevanter wurden. Verstärkt ging man zu Lieferservices und Online-Shopping über – nur: ist dies auch auf dem Land zu haben – und zwar zu deutlich moderaterem Quadratmeterpreis!

Speckgürtel sind attraktiv und Homeoffice erweitert den Horizont

Insbesondere für Familien mit Kindern ist der Traum vom Eigenheim angesichts exorbitant hoher Grundstücks- bzw. Immobilienpreise in den Städten seit einigen Jahren oft nur außerhalb noch realisierbar. Dabei wurde zunächst noch nicht auf völlig abgelegene Landstriche bzw. vom Aussterben bedrohte Dörfer (welche sich sicher ebenfalls über „Familienzuwachs“ gefreut hätten) ausgewichen: Vielmehr suchten Familien(-gründende) den Weg an den Stadtrand – eine Neubesinnung auf einen ursprünglich in den 1990er Jahren entstandenen Trend zur Suburbanisierung, wovon an den Rändern begehrter Großstädte in heutiger Zeit zahlreiche Neubaugebiete zeugen.

Beschleunigt durch die Pandemie – die in vielen Unternehmen zu einer offeneren Homeoffice-Kultur führte – kam in jüngerer Zeit noch eine weitere Bewegung hinzu, die sich aktuell entfaltet: Im Zuge fortschreitender Digitalisierung und Ausbau des Glasfasernetzes ist die Ausübung beruflicher Tätigkeit zunehmend auch mobil, selbst in den entlegensten Winkeln uneingeschränkt möglich. Das eröffnet Perspektiven! Damit rücken auch bei jüngeren Leuten zunehmend weitere Landstriche in den Fokus, die bislang – da fürs tägliche Pendeln zum im Ballungsraum befindlichen Arbeitsplatz zu weit entfernt – noch gar nicht in Betracht kamen: Oft in idyllischer Lage findet sich hier (noch) viel Raum für wenig Geld. Und so sind es neben Familien, die dies für sich nutzen, jetzt oft auch sehr junge Menschen, welche „das Land“ für ihren Berufseinstieg wählen: Vielerorts sammelt sich so derzeit ein spannendes Potpourri interessanter Projekte und zukunftsgerichteter Lebensformen – von Tiny-House-Siedlungen bis hin zu Co-Working Spaces in alten Scheunen.

Inwieweit hierbei auch alte Ortskerne abgelegener Dörfer von nachhaltiger Verjüngung profitieren, muss sich noch weisen. Zuträglich wären diesem „Aufflackern von Zukunft“ in betroffenen Regionen aber sicherlich flankierende infrastrukturelle Maßnahmen – etwa der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, medizinische Vorort-Versorgung, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Kinderbetreuungs-, Kultur- und Sportangebote …

Ein Beispiel, wie so eine Unterstützung aussehen kann, lebt die Sparda-Bank Hessen im Rahmen ihrer Initiative „Mensch. Zukunft!“ gerade im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis vor: In der aktuellen Projektphase lässt sie eine alte Hofreite in Wanfried sanieren, um diese zum Mehrgenerationen-Domizil umzufunktionieren. Scheune und Nebengebäude sollen für Kulturelles sowie als Gewerbefläche künftig der Gemeinschaft dienen.

1 Einwohnerzahlen im Jahr 2021 und Bevölkerungsentwicklung gegenüber dem Vorjahr 2020: Berlin (3.677.472; + 0,37 %), Hamburg (1.853.935; + 0,08 %), München (1.487.708; - 0,03 %), Köln (1.073.096; - 0,96 %), Frankfurt/M. (759.224; - 0,64 %), Stuttgart (626.275; - 0,64 %), Düsseldorf (619.477; - 0,17 %), Leipzig (601.866; + 0,73 %), Dortmund (586.852; - 0,14 %), Essen (579.432; - 0,51 %)

2 Tatsächlich wartete das Jahr 2014 noch mit einem weiteren Novum auf: Erstmals im vereinten Deutschland gab es mehr Umzüge von West nach Ost als umgekehrt. Vor etwa einem Jahrzehnt konnte man dies noch andersrum beobachten – eine Ausnahme bildeten damals nur von jeher beiderseits als attraktiv empfundene Städte wie Leipzig, Dresden und Potsdam. Inzwischen haben sich gegenseitige Zu- und Wegzüge weitestgehend neutralisiert.


Ergänzende Informationen:

Ob man sich persönlich eher als Stadt- oder Landmensch sieht, ist individuell. Oft gibt ein Reali-tätscheck beim Finanziellen den Rahmen vor. Nicht individuell ist der allgemeine Zinsanstieg. Hierüber sollten sich wirklich alle, die absehbar eine (Immobilien-)Finanzierung planen, Gedanken machen. Schon weniger als ein Prozentpunkt Zinsanstieg kann über einen bestimmten Zeitraum bereits zu fünfstelligen Zinsmehrkosten führen. Durch rechtzeitige Vorkehrungen lassen sich heutige Sollzinsen im Voraus sichern – und damit derartige „Preisanstiege“ abwenden. Mehr zur Finanzierungsvorsorge: sparda-hessen.de/zinsen-sichern

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