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SpardaGastbeitrag: „Ohne Girokonto geht gar nichts“

von Max Herbst (FMH-Finanzberatung)*,  April 2026


Das Girokonto ist eine praktische Erfindung, die aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken ist – Gehalts- und Renteneingang, einfach Rechnungen begleichen, bequeme Lastschriftabbuchungen … Klar, der gesamte Zahlungsverkehr hängt am „Giro“ – wir leben in einer Zeit, in der ein Leben ohne Girokonto kaum noch praktikabel ist. Damit wird es zum umfassenden Begleiter weltweit. Wer sich solchermaßen bindet, stellt natürlich die Frage: Welches ist denn eigentlich ein gutes und zu mir passendes Girokonto?

Wer sich auf die Suche nach dem billigsten oder zu seiner Kontonutzung passenden Girokonto macht und dazu Vergleichsportale nutzt, stellt erstmal fest, die Besten kosten alle keine monatliche Kontoführungsgebühr. Und die Schlussfolgerung daraus mag sein: Es sind alle auf den ersten Blick gleich gut.

Jetzt kann man natürlich schauen, wer zahlt mir am meisten Begrüßungsgeld – und sich dann so durchwechseln: Alle paar Monate ein neues Girokonto eröffnen und die Begrüßungsprämien einstecken, ist in der Theorie möglich, wenn man vorher das Kleingedruckte genau liest. Weil der Gesetzgeber vorgeschrieben hat, dass die alte und die neue Bank den Kontowechsel unterstützen müssen, hat man als Kunde relativ wenig damit zu tun. Zwar könnte es schon mal sein, dass eine jährliche Abbuchung dabei untergeht und nicht mitwechselt, aber auch dies ist normalerweise kein Beinbruch: Denn das betreffende Unternehmen wird in der Regel zunächst eine Erinnerung schicken, wenn die Zahlung ausbleibt.

Eine andere Überlegung ist für viele Kunden, die bisher bei ihrer Bank monatlich oder im Quartal richtig hohe Girokosten hatten, warum es daneben so viele Banken gibt, die alles ohne Kontoentgelte machen? Selbst die wichtigen und manchmal sehr kostspieligen Buchungsvorgänge bei Online-Zahlungen sind sehr oft kostenfrei. Dies ist ein wichtiger Faktor bei der Auswahl des passenden neuen Girokontos: Denn sämtliche Bezahlungen mit der Girocard oder Debitkarte sind Buchungsvorgänge, die von nicht wenigen Banken jedes Mal mit 5 bis 20 Cent in Rechnung gestellt werden. Wer täglich in dieser Form zweimal seinen Kaffee und dazu noch den einen oder anderen weiteren Kauf mit Karte bezahlt, hat hierdurch schnell Kosten von 0,50 Euro am Tag. An 20 Tagen sind dies dann schon 10 Euro Kontokosten. Die Antwort zu dieser Kostenlos-Überlegung ist sehr eindeutig: Wie viel will die Bank an einem Kunden verdienen?

Wir von der FMH stellen sehr oft fest, dass Redakteure bei einem Girokostenvergleich gern auf den Dispozins achten, weil dieser so eindeutig und augenfällig vergleichbar ist. Wenn Sie sich dann aber selbst mal fragen, wie oft Sie Ihr Girokonto tatsächlich überziehen und somit den Dispo [Dispositionskredit: genehmigte Überziehung] nutzen, werden Sie in den meisten Fällen feststellen, dass dies ganz selten ist – und wenn, dann oft nur für ein paar Tage mit wenigen 100 Euro – maximal. Zur Verdeutlichung: Wer für sechs Tage sein Konto mit 250 Euro überzieht, würde – wenn die Bank dafür elf Prozent Dispozinsen verlangte –am Monatsende von dieser lediglich 46 Cent in Rechnung gestellt bekommen. Und wäre der Dispozins bei neun Prozent, wären dies ganze 38 Cent. Also wegen acht Cent Dispozins-Unterschied muss sicherlich keiner das Girokonto wechseln.

Eine häufige Frage, die uns gestellt wird, lautet: Warum bieten Banken das Girokonto kostenlos an, wo die Neukundengewinnung Geld kostet und auch die Kontoverwaltung relativ hohe Kosten für die Bank verursacht? Die Antwort ist ziemlich einfach: Die Bank „begnügt“ sich mit vielen geringen Einnahmen, weil sie mit dem Guthaben auf dem Girokonto Zinserträge bei der EZB erzielen kann und auf der anderen Seite auch bei den Dispozinsen verdient. Aber hauptsächlich geht es diesen Banken mit null Kontoführungsgebühren darum, über das Girokonto den Kundenkontakt zu intensivieren. Wenn der Girokunde einen Ratenkredit braucht oder eine Baufinanzierung plant, ist der Weg zur Hausbank eigentlich selbstverständlich – die Bonitätsprüfung geht dort am schnellsten. Wer seiner Hausbank vertraut, vertraut ihr auch bei Fragen zur Geldanlage. Dies gilt nicht nur für Zinsangebote (Tages- und Festgeld), sondern selbstverständlich auch für Investmentanlagen. Und dies ist für eine Bank fast unbezahlbar, weil dort fast immer eine langfristigen Anlageentscheidung geplant ist.

Übrigens, wer in Hessen ansässig ist und im FMH-Girovergleich* die Sparda-Bank Hessen vermisst, muss dafür seine Postleitzahl eintippen, weil diese Bank Ihren Schwerpunkt im hessischen Privatkundengeschäft hat.
 

Wichtiger Hinweis: Es handelt sich bei diesem Artikel um einen Gastbeitrag von Max Herbst (Gründer der FMH-Finanzberatung* und Experte für Zinsen jeder Art), der die Ansicht des Autors widerspiegelt, welche nicht notwendigerweise mit der der Sparda-Bank Hessen identisch sein muss.

 

Stand: 29.04.2026 

 

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