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Haus mit Baugerüst
Bildquelle: Bausparkasse Schwäbisch Hall

Effizient energetisch sanieren – auch mit begrenztem Budget!

Viele Eigentümer möchten ihr Haus energetisch sanieren, zögern jedoch wegen der Kosten. Oft steht nur ein begrenztes Budget zur Verfügung. Dabei muss es nicht gleich die Komplettsanierung sein. Auch Einzelmaßnahmen können den Energieverbrauch senken, den Immobilienwert erhalten und den Wohnkomfort verbessern. Entscheidend ist, das vorhandene Budget dort einzusetzen, wo es am meisten wirkt. Schwäbisch Hall-Modernisierungsberater Thomas Billmann zeigt, welche Maßnahmen mit 10.000, 20.000 und 50.000 Euro möglich sind. **

Förderungen erweitern finanziellen Spielraum

Bevor Eigentümer Maßnahmen planen, sollten sie die verfügbaren Fördermöglichkeiten prüfen. Diese können den finanziellen Spielraum erweitern und beeinflussen, welche Maßnahmen realistisch sind.

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fördert unter anderem Maßnahmen zur Verbesserung der Gebäudehülle sowie den Heizungstausch. Für Maßnahmen an der Gebäudehülle beträgt der Grundfördersatz 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Für den Heizungstausch gelten seit 21. Juli 2026 angepasste Förderrichtlinien*. Hier liegt der Grundfördersatz sogar bei 30 Prozent. Je nach Maßnahme und persönlicher Situation können weitere Boni oder Förderbausteine hinzukommen. Alternativ können Sanierer nach § 35c EStG auch 20 Prozent der Sanierungskosten, maximal 40.000 Euro, über drei Jahre steuerlich absetzen. „Fördermittel sind kein Bonus, den man am Ende noch mitnimmt. Sie entscheiden oft darüber, ob Eigentümer nur reparieren oder ihr Gebäude energetisch zukunftsfähig machen können“, sagt Billmann. Tipp: Eine professionelle Energieberatung hilft, Maßnahmen sinnvoll zu priorisieren und passende Fördermöglichkeiten zu finden.

Bis 10.000 Euro: Schwachstellen gezielt angehen

Mit bis zu 10.000 Euro ist keine umfassende energetische Sanierung möglich. Dennoch lassen sich sinnvolle Einzelmaßnahmen umsetzen.

Besonders wirksam ist die Dämmung der obersten Geschossdecke. Sie lohnt sich vor allem, wenn der Dachboden nicht beheizt wird. Die Maßnahme reduziert Wärmeverluste über das Dach und ist günstiger als eine komplette Dachdämmung. Für ein Beispielhaus aus den 1980er-Jahren mit rund 130 Quadratmetern Wohnfläche und etwa 80 Quadratmetern Grundfläche liegen die Kosten bei rund 6.960 bis 7.920 Euro.

Auch die Dämmung der Kellerdecke kann sich lohnen. Sie verringert Wärmeverluste nach unten und sorgt für angenehmere Fußbodentemperaturen im Erdgeschoss. Die Kosten belaufen sich im Beispielhaus auf etwa 3.000 bis 4.500 Euro. Wer handwerklich erfahren ist, kann die Dämmung auch selbst ausführen.

Eine weitere Option ist der Austausch einzelner Fenster, etwa wenn sie besonders alt oder undicht sind. Neue Fenster reduzieren Wärmeverluste, beseitigen Wärmebrücken und verbessern den Schallschutz. Die Kosten hängen von Rahmenmaterial, der Größe, Verglasung und Montageaufwand ab. Drei neue einflüglige Fenster mit Kunststoffrahmen inklusive Fensterbänke kosten im Beispielhaus rund 3.069 Euro.

Mit rund 20.000 Euro: Mehr Wirkung durch Kombination

Mit einem Budget von etwa 20.000 Euro lassen sich mehrere Einzelmaßnahmen kombinieren oder größere Vorhaben umsetzen. „Wer energetisch saniert, sollte nicht nur fragen: Was kann ich mir im Moment leisten? Sondern auch: Was ist der nächste sinnvolle Schritt für dieses Haus? Die richtige Reihenfolge entscheidet oft, wie viel eine Sanierung am Ende bringt“, erklärt der Experte.

Eine zentrale Maßnahme ist die Dachdämmung. Das Dach ist eine der größten Wärmeverlustquellen. Eine Zwischensparrendämmung ist kostengünstig und wenig aufwendig. Setzt ein Fachbetrieb die Maßnahme um, liegen die Kosten im Beispielhaus bei rund 8.400 bis 14.400 Euro.

Auch ein kompletter Fenstertausch kann mit rund 20.000 Euro möglich sein, je nach Anzahl der Fenster. Wichtig ist jedoch, ihn nicht isoliert zu betrachten: Eine spätere Fassadendämmung sollte mitgedacht werden, damit keine Wärmebrücken oder Feuchteschäden entstehen. Für zehn bis 15 Fenster liegen die Kosten im Beispielhaus bei etwa 10.000 bis 18.000 Euro.

Mit rund 50.000 Euro: Größere Teilsanierungen umsetzen

Ein Budget von etwa 50.000 Euro eröffnet Spielraum für umfangreichere Maßnahmen oder größere Kombinationen.

„Steht ohnehin eine Neueindeckung des Dachs an, kann eine umfassende Dachsanierung inklusive Dämmung sinnvoll sein. Im Idealfall wird ein Dach nach 30 bis 50 Jahren neu eingedeckt“, rät Thomas Billmann. Besonders effektiv ist eine Aufsparrendämmung, die von außen angebracht wird. Sie ist allerdings auch teurer. Für das Beispielhaus liegen die Kosten für eine Dachdämmung inklusive Unterkonstruktion bei rund 25.000 Euro. Für die Dacheindeckung kommen je nach Ausführung etwa 5.000 bis 15.000 Euro hinzu. Zusätzlich können Kosten für Gerüst, Abriss und Entsorgung, Arbeiten am Schornstein sowie den Ausbau des Dachgeschosses anfallen.

Auch die Fassadendämmung kann den Heizenergiebedarf deutlich senken. Die Kosten sind abhängig vom gewählten Dämmverfahren, dem Dämmmaterial sowie von Putz oder Verkleidung. Hinzu kommen Kosten für Gerüst, Anschlussarbeiten und Arbeitskosten. Eigenleistungen sind hier in der Regel nicht ratsam. Beim Beispielhaus betragen die Kosten rund 28.000 bis 45.000 Euro.

Ein weiterer großer Hebel ist der Heizungstausch. Eine neue Heizung kann den Energieverbrauch und CO2-Ausstoß signifikant reduzieren. Ob Öl-, Gas-, Pelletheizung oder Wärmepumpe die beste Wahl ist, hängt vom energetischen Zustand des Gebäudes ab. Faktoren wie Dämmung, Platzverhältnisse und die aktuellen sowie zukünftigen Brennstoffkosten sollten in die Entscheidung einfließen. Je nach Heizungsart variieren die Kosten im Beispielhaus zwischen 12.000 und 37.000 Euro für die Anlage und den Einbau. Auch Demontage, Entsorgung, Umbaumaßnahmen, neue Heizkörper oder ein hydraulischer Abgleich verursachen zusätzliche Kosten.

„Energetische Sanierung ist kein Alles-oder-nichts-Projekt. Niemand muss sein Haus auf einen Schlag komplett modernisieren. Auch Einzelmaßnahmen können viel bewirken, wenn sie zur Immobilie passen und Teil eines durchdachten Plans sind“, betont Schwäbisch Hall-Modernisierungsberater Thomas Billmann. „Wichtig ist: erst analysieren, dann priorisieren, dann umsetzen.“ So entsteht Schritt für Schritt eine langfristige Sanierungsstrategie.

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** Die Kostenbeispiele beziehen sich auf ein Einfamilienhaus aus den 1980er-Jahren mit rund 130 Quadratmetern Wohnfläche, 80 Quadratmetern Grundfläche, 120 Quadratmetern Dachfläche, 1,5 Geschossen und fünf Zimmern.

 

Quelle: Bausparkasse Schwäbisch Hall (vom 11.08.2026) 

 

Hinweis: Von der Bausparkasse Schwäbisch Hall im Wesentlichen übernommene Beiträge müssen nicht in Gänze mit den Ansichten wie dem Angebot der Sparda-Bank Hessen identisch sein. 

 

Stand: 03.09.2026