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Nobel Prize Gold Medal with Alfred Nobel Profile on Neutral Background

Dynamit, Reue und ein Vermächtnis für die Ewigkeit: Der Nobelpreis


Was tut ein Mensch, der mit seiner Erfindung Millionen verdient – und gleichzeitig weiß, dass sie Zerstörung bringt? Alfred Nobel fand eine erstaunliche Antwort darauf. Eine, die bis heute jedes Jahr im Oktober die Welt aufhorchen lässt.

Er war Erfinder, Unternehmer – und ein Mann mit schlechtem Gewissen. Alfred Nobel hatte mit dem Dynamit ein Vermögen gemacht. Doch statt es einfach zu genießen, stellte er sich eine Frage, die viele Menschen nie stellen: Was bleibt von mir? Sein Testament gab die Antwort – und begründete einen der bekanntesten Preise der Welt.

 

Ein Mensch, ein Testament, eine Idee

Alfred Nobel – Erfinder, Unternehmer, Visionär. Der schwedische Chemiker und Ingenieur, geboren 1833 in Stockholm, ist vor allem für eine Erfindung bekannt, die ihn zeitlebens beschäftigte: das Dynamit. 1867 patentiert, machte es Nobel zu einem der reichsten Männer seiner Zeit. Doch der Sprengstoff brachte ihm auch eine Last mit sich: die Frage nach Verantwortung. Was hinterlässt man der Welt?

Die Antwort gab Nobel am 27. November 1895 mit seinem Testament. Darin verfügte er, dass der Großteil seines enormen Vermögens in eine Stiftung fließen solle. Die jährlichen Zinsen daraus sollten als Preise an jene vergeben werden, „die im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen gebracht haben". Nobel starb nur ein Jahr später, am 10. Dezember 1896, in San Remo, Italien.
 

Die Geburt einer Tradition

Nach Nobels Tod dauerte es noch einige Jahre, bis sein Wille in die Tat umgesetzt wurde. 1900 wurde die Nobel-Stiftung gegründet, und am 10. Dezember 1901 – dem fünften Todestag Nobels – wurden erstmals die Nobelpreise verliehen. Ein Datum, das seither Tradition hat: Noch heute findet die Verleihung jedes Jahr am 10. Dezember statt.

Die ursprünglichen Kategorien waren:

  • Physik
  • Chemie
  • Physiologie oder Medizin
  • Literatur
  • Frieden

Der Friedensnobelpreis bildet dabei eine Besonderheit: Er wird nicht in Stockholm, sondern in Oslo vergeben – so hatte es Nobel selbst bestimmt, aus heute nicht vollständig geklärten Gründen.
 

Der Wirtschaftsnobelpreis – eine spätere Ergänzung

Wer glaubt, der Wirtschaftsnobelpreis sei von Nobel persönlich gestiftet worden, irrt. Der offizielle Name lautet „Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel". Er wurde erst 1968 von der Schwedischen Zentralbank anlässlich ihres 300-jährigen Bestehens ins Leben gerufen und erstmals 1969 vergeben. Für viele Ökonom:innen gilt er dennoch als höchste Auszeichnung ihres Fachs.
 

Was macht den Nobelpreis so besonders?

Der Nobelpreis ist weit mehr als eine Trophäe. Er ist ein globales Signal: für Fortschritt, für Menschlichkeit, für die Kraft des Wissens. Die Auszeichnung ist mit derzeit rund elf Millionen schwedischen Kronen (ca. 1 Million Euro) dotiert – aber sein eigentlicher Wert liegt im Symbolischen.

Preisträger:innen werden nicht gewählt, weil sie bekannt sind. Sie werden ausgezeichnet, weil ihre Arbeit die Welt messbar besser gemacht hat – durch eine Entdeckung, ein Werk, eine Idee oder ein unermüdliches Eintreten für Frieden und Gerechtigkeit.
 

Was der Nobelpreis mit uns zu tun hat

Vielleicht fragen Sie sich: Was hat ein Wissenschaftspreis mit meinem Alltag zu tun? Mehr, als man denkt. Viele Erkenntnisse, die heute selbstverständlich erscheinen – von der Entdeckung der DNA-Struktur über die Entwicklung von Impfstoffen bis hin zu wirtschaftlichen Theorien, die Finanzsysteme stabilisieren –, wurden von Nobelpreisträgern geprägt.

Auch die genossenschaftliche Idee, die die Sparda-Bank Hessen trägt, hat etwas mit diesem Gedanken gemein: Es geht darum, Wissen, Ressourcen und Verantwortung zu teilen – zum Nutzen aller. Alfred Nobel wollte mit seinem Vermächtnis der Menschheit etwas zurückgeben. Eine Haltung, die zeitlos bleibt.