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Energieberatung: Der erste Schritt bei Sanierung und Hausbau?!

Viele Eigentümer spielen mit dem Gedanken, ihre Immobilie zu sanieren – und brechen das Vorhaben doch wieder ab. Meist fehlt nicht das Geld, sondern die Sicherheit. Kosten sind unklar, die Qualität schwer einschätzbar, Förderungen unübersichtlich (Sirius Campus: Monitor zu Energiewende, 2026). Genau hier setzt die Energieberatung an. Sie schafft Klarheit und unterstützt bei der Planung. Schwäbisch Hall-Architekt Sven Haustein erklärt, wie eine Energieberatung abläuft, was sie kostet und worauf Eigentümer dabei achten sollten.

Was ist eine Energieberatung – und was bringt sie?

Wer baut, kauft oder saniert, muss viele Entscheidungen treffen. Eine Energieberatung hilft dabei, Fehler zu vermeiden. Sie zeigt, welche Modernisierungen zum Gebäude passen und sich wirtschaftlich lohnen.

„Ein typischer Fehler ist zum Beispiel, dass Eigentümer eine Wärmepumpe einbauen, ohne das Gebäude selbst oder die Art der Wärmeabgabe in den Blick zu nehmen“, sagt Sven Haustein. „Dann arbeitet die Anlage ineffizient und verursacht unnötig hohe Kosten.“ Der Energieberater betrachtet das Gebäude als Ganzes. Er berät unabhängig und technologieoffen. Dabei erklärt er verständlich:

  • wie gut oder schlecht der energetische Zustand ist,
  • wo sich Energie sparen lässt,
  • welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind,
  • was sie kosten und 
  • welche Förderungen infrage kommen.

So entsteht eine fundierte Entscheidungsgrundlage – statt einzelner Maßnahmen auf gut Glück. Oft ist die Energieberatung auch Voraussetzung für den Erhalt von Fördermitteln. „Für viele Programme der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten Pflicht“, ergänzt Haustein.

Wie findet man einen passenden Energieberater?

Für eine erste Orientierung eignen sich die günstigen Angebote der Verbraucherzentralen. Geht es um konkrete Sanierungsvorhaben, Fördermittel oder einen Sanierungsfahrplan, sollten Eigentümer einen qualifizierten Energieeffizienz-Experten beauftragen. Diese Fachleute stehen in der Energieeffizienz-Expertenliste (EEE-Liste) der Deutschen Energie-Agentur (dena)*. Nur sie dürfen staatliche Förderprogramme begleiten.

Wichtig zu wissen: Die Berufsbezeichnung „Energieberater“ ist nicht geschützt. „Eigentümer sollten deshalb genau hinschauen“, rät Haustein. „Qualifikation, Erfahrung und die Spezialisierung sind entscheidend.“ Hilfreich sind Referenzen, ein erstes Gespräch oder ein Blick auf die Website. Vorsicht ist geboten bei pauschalen Empfehlungen oder versteckten Verkaufsinteressen. „Eine gute Beratung ist unabhängig“, so der Architekt.

Wer Unterstützung bei der Suche braucht, kann auf Netzwerke wie den GIH-Bundesverband*, enter* oder NOVO* zurückgreifen. Auch die rund 4.000 zertifizierten Modernisierungsberatenden im Außendienst von Schwäbisch Hall und bei den genossenschaftlichen Banken helfen weiter. Sie geben eine erste Einschätzung zu Sanierungsbedarf und Fördermöglichkeiten und vermitteln Kontakte zu regionalen Energieberatern und Handwerkern.

Wie läuft eine Energieberatung ab?

Am Anfang steht die Vorbereitung. Eigentümer sollten Unterlagen sammeln: Baupläne, Strom- und Heizkostenabrechnungen sowie Informationen zu bisherigen Reparaturen und Sanierungen. Tipp des Experten: Die Checkliste der Verbraucherzentrale kann dabei helfen.

Danach folgt der Vor-Ort-Termin. Der Energieberater prüft unter anderem die Gebäudehülle, Fenster und Heiztechnik. „Eigentümer sollten während der gesamten Beratung dabei sein“, empfiehlt Haustein. „So können sie Fragen stellen und sicherstellen, dass alle wichtigen Bereiche betrachtet werden.“

Auf dieser Grundlage entwickelt der Experte konkrete Empfehlungen. Er berechnet die Kosten und zeigt passende Fördermöglichkeiten auf. Häufig entsteht daraus ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP). Er ordnet die Maßnahmen in sinnvolle Schritte und macht die Sanierung planbar.

Wichtig: Die Beratung ist unverbindlich und bedeutet keine Pflicht zur Sanierung. „Eigentümer entscheiden selbst, ob und welche Maßnahmen sie umsetzen“, betont der Experte. Sinnvoll, teils sogar mitgefördert, ist eine Baubegleitung durch den Energieberater. So lässt sich die Qualität der Modernisierung sichern. Außerdem kann er einen Energieausweis ausstellen.

Wie lange dauert eine Energieberatung?

Der Termin vor Ort dauert meist zwei bis drei Stunden. Anschließend erstellt der Energieberater den Bericht oder den Sanierungsfahrplan. Das dauert in der Regel zwei bis drei Wochen. Oft ist die Terminvergabe der größte Engpass. Viele zertifizierte Energieberater sind Wochen oder sogar Monate im Voraus ausgebucht. Wer sanieren will, sollte deshalb früh planen. Vom ersten Kontakt bis zum Start der Maßnahmen können mehrere Wochen oder Monate vergehen.

Was kostet eine Energieberatung?

Die Kosten hängen vom Umfang ab. Bei der Verbraucherzentrale zahlen Eigentümer oft nur einen Eigenanteil von bis zu 40 Euro. Umfangreichere Leistungen wie ein Sanierungsfahrplan für ein Einfamilienhaus kosten meist zwischen 1.500 und 2.500 Euro. „Da es keine festen Gebühren gibt, lohnt es sich, mehrere Angebote zu vergleichen“, rät Haustein.

Der Staat fördert die Energieberatung. Über die Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude (EBW)* des BAFA werden bis zu 50 Prozent der Kosten übernommen, maximal 650 Euro bei Ein- oder Zweifamilienhäusern. Wichtig: Der Förderantrag muss gestellt werden, bevor die Modernisierung beginnt. Außerdem muss der Berater in der Energieeffizienz Expertenliste geführt sein.

Energieberatung: Die Basis für eine erfolgreiche Sanierung

Eine Energieberatung ist kein Zusatz, sondern die Grundlage für eine erfolgreiche Sanierung. Sie zeigt, welche Maßnahmen wirklich sinnvoll sind, bringt Struktur in komplexe Entscheidungen und hilft, Fördermittel optimal zu nutzen.

„Wer früh auf professionelle Beratung setzt, vermeidet Fehlentscheidungen und schafft die Basis für mehr Energieeffizienz, Komfort und Werterhalt“, fasst Schwäbisch Hall-Experte Sven Haustein zusammen. „Die Kosten einer falsch umgesetzten Maßnahme sind meist höher als die einer geförderten Energieberatung.“ 

Quelle: Bausparkasse Schwäbisch Hall


Hinweis:
Von der Bausparkasse Schwäbisch Hall im Wesentlichen übernommene Beiträge müssen nicht in Gänze mit den Ansichten wie dem Angebot der Sparda-Bank Hessen identisch sein. 

 

Stand: 21.04.2026 

 

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