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Würfelreihe mit verschiedenen Motiven und Aufschrift Wertpapier

Aktien, Renten, Fonds: Was passiert „da“ eigentlich mit dem Geld?

Häufig hört man, dass man nicht alles auf eine Karte setzen sollte und sein finanzielles Vermögen unter Rendite-, Sicherheits- wie auch Liquiditätsaspekten besser auf unterschiedliche Spar- und Anlageformen verteilt. Am bekanntesten sind hier sicherlich Spar- und Termineinlagen bei der Bank. Doch wird – besonders in Zeiten niedriger Zinsen – auch zur Investition an „den Kapitalmärkten“ geraten. Aber was bedeutet das eigentlich genau?

Banken wirtschaften mit den Geldern, die ihre Kund:innen bei ihnen in diversen Einlageformen – vom Sparbuch über Sparbriefe bis hin zu Tages- und Termingeldern (Festgeld) – mit unterschiedlichen Laufzeiten und Verfügbarkeiten unterhalten. So werden aus diesen Einlagen seitens der Banken – vereinfacht dargestellt – auch Kredite ausgegeben.

Anders ist das Prinzip hinter Wertpapieren wie zum Beispiel Aktien oder verzinslichen Anleihen, auch als Renten(-papiere) bezeichnet: Hier geben Sparer- und Anleger:innen ihr Geld nicht einer Bank als Einlage, sondern stellen es dem hinter einem Wertpapier stehenden Unternehmen als Eigenkapital (zum Beispiel über den Kauf von Aktien) oder als Fremdkapital (zum Beispiel beim Anlegen in einer Festzinsanleihe) zur Verfügung. Die Unternehmen wirtschaften dann mit diesen Geldern gemäß ihrer Geschäftszwecke.

Mit der Investition in ein Wertpapier wird also immer auch die jeweilige Betätigung des Unternehmens, welches das betreffende Wertpapier – sei es die Aktie oder eine Anleihe – ausgibt (emittiert), mitfinanziert und so unterstützt!

Daher empfiehlt es sich, den Blick nicht allein auf Renditen zu richten, sondern auch darauf, inwieweit sich der Emittent (das hinter dem Wertpapier stehende Unternehmen) in einer Weise betätigt, die mit der persönlichen Weltanschauung im Einklang ist – eigenen Werten zumindest nicht kontraproduktiv entgegensteht.

So gibt es aus gutem Grund heutzutage zunehmend Wertpapiere, deren ausgebende Unternehmen sich zum Beispiel besonderen Nachhaltigkeitskriterien in ethischer, sozialer und/oder ökologischer Hinsicht verpflichten. Für immer mehr Menschen sind etwa der Handel mit Waffen, Atomindustrie, die Durchführung von Tierversuchen, die Ausnutzung von Kinderarbeit oder die Beteiligung an Mietspekulation bei Wohnimmobilien durchaus entscheidende persönliche Gründe, in ein bestimmtes Unternehmen (also dessen Aktien, Anleihen oder darauf basierenden Fonds) nicht zu investieren. Wer hierauf Wert legt, sollte sich vor einer Geldanlageentscheidung neben den möglichen Renditeaussichten bewusst auch das anschauen, wofür er oder sie über den „Erwerb“ des jeweiligen Wertpapiers Kapital zur Verfügung stellt. Und diesen Wunsch in der Beratung gegebenenfalls auch klar äußern und nach passenden Werten fragen. Möglicherweise möchte man ja bestimmte Branchen hingegen auch besonders gerne stärken und rentabel am Fortschritt teilhaben?

Wer eine Aktie kauft, erwirbt mit dieser einen Anteil des ausgebenden Unternehmens.

Damit sind bestimmte Rechte (zum Beispiel Wahlrechte) und eine Erfolgsbeteiligung verbunden: So bekommen Aktionär:innen (sogenannte „Shareholder“) bei entsprechender Ertragslage regelmäßig eine sogenannte „Dividende“. Diese Erfolgsbeteiligung ist quasi die „Vergütung“ für das mit dem Aktienkauf bereitgestellte Kapital und macht einen Teil der Rendite aus.

Daneben unterliegen Aktien aber auch Kursschwankungen – die sich aufgrund bestimmter Entwicklungen auf den Märkten wie auch (welt-)politischer Ereignisse ergeben und auf die Wirtschaftslage des Unternehmens (Emittenten) einwirken. Aus Kursanstiegen ergibt sich für Anlegende die Möglichkeit, durch Aktienverkauf Kursgewinne abzuschöpfen. Während sinkende Kurse im Falle eines Verkaufs Verluste bedeuten können. Allerdings entscheiden Sie grundsätzlich selbst, wie lange Sie Ihre Aktien halten – ob Sie diese trotz gesunkener Kurse verkaufen oder lieber auf eine bessere Gelegenheit mit gestiegenen Kursen warten möchten. Als Faustregel gilt, dass man für den Aktienkauf grundsätzlich nur Geld verwenden sollte, das man nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder braucht: Damit man die Aktien eines Tages nicht ausgerechnet dann wieder verkaufen muss, wenn deren Kurs gerade im Keller ist.

Wer ein festverzinsliches Wertpapier erwirbt, leiht der ausgebenden Institution Geld.

Diese kann sowohl ein privates Unternehmen als auch eine staatliche Stelle sein. Als „Entlohnung“ für die Bereitstellung des Kapitals (Anlage eines bestimmten Geldbetrages in der Anleihe) erhält man eine vorgegebene Verzinsung. Die Ausgabe von Anleihen stellt für Unternehmen eine Beschaffung von Fremdkapital dar. Nur dass hier das Geld – sozusagen anstelle eines Bankdarlehens – von den über die Anleihe Anlegenden stammt und der Zins für die „Geldleihe“ entsprechend an diese zu zahlen ist. Der Erwerb einer Anleihe verschafft (im Gegensatz zum Aktienkauf) kein Miteigentum am Unternehmen – aber auch hier wird das Geld für die jeweiligen Unternehmenszwecke bereitgestellt!  

Investmentfonds investieren je nach Ausrichtung sowohl in Aktien als auch Rentenpapiere oder als Mischform in beides.  

Auch Sachwerte wie (Nahrungsmittel-)Rohstoffe oder Immobilien kommen als Investitionsobjekte in Betracht. Die erzielten Erträge werden dann – je nach Fonds – entweder an die Anteilseigner:innen ausgeschüttet oder im Fonds einbehalten (thesauriert), um weiter investiert zu werden. Mit den einbehaltenen Erträgen steigen die Fondsanteile im Wert. Charakteristisch für Investmentfonds ist, dass in Wert(papier)e einer Vielzahl unterschiedlicher Emittenten investiert wird, die nach bestimmten Kriterien im Fonds gebündelt sind. So kann eine Auswahl beispielsweise nach bestimmten Branchen, Ländern oder eben weiteren Kriterien wie zum Beispiel eine nachhaltige Ausrichtung erfolgen. Auch über einen Fonds werden die hinter den enthaltenen Werten stehenden Aktivitäten der Emittenten also (mit-)finanziert und unterstützt!

Unterschiede hinsichtlich der Objekte, aus welchen ein Portfolio zusammengestellt wird, gibt‘s ebenso bei Offenen Immobilienfonds: So liegt bei jenen, die etwa auf Wohnhäuser und Wohnanlagen setzen, oft ein Schwerpunkt in der Gewinnerzielung aus möglichst hohen Mieten und lukrativen Mietzuwächsen für betreffenden Wohnraum. Während gewerblich orientierte Offene Immobilienfonds hingegen aufs wirtschaftliche Entwicklungspotenzial von Objekten wie Hotels, Logistik- und Bürogebäuden oder Einkaufszentren ausgerichtet sind.

Gesetzlich vorgeschriebene Produktinformationen, Verkaufsprospekte wie auch Jahres- und Halbjahresberichte geben einhergehend mit qualifizierter Beratung Auskunft. In diesen Publikationen finden sich konkrete Angaben zu den namentlich benannten Unternehmen, Immobilien oder sonstigen Emittenten, in die der jeweilige Fonds investiert. Ebenso sind die Anteile bestimmter Branchen, Länder, Währungen wie auch sonstige Merkmale aufgeschlüsselt. Hier finden sich zudem die möglichen Ausschlusskriterien, wichtige Risikoklassifizierungen und Laufzeitempfehlungen.

Fragen Sie gerne nach!

 

Stand: 16.04.2026