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Hochtaunuskreis Großer Feldberg

Hochtaunus – wo sich‘s ganz oben kreist und lebt

Das Attribut „hoch“ und sein Superlativ finden im Hochtaunuskreis mehrfach Verwendung: höchster Berg im Taunus, hohes Pro-Kopf-Einkommen, hoher Freizeit- und Naherholungswert, höchster Kaufkraftindex unter kreisfreien Städten und Landkreisen in Hessen ... Als nördliches Einzugsgebiet von Frankfurt ist dieser Landkreis eine begehrte Wohngegend: Besonders Menschen, die in der Mainmetropole arbeiten, schätzen das Wohnen im Taunus mit guter Verkehrsanbindung. Vielen im Rhein-Main-Gebiet ist er ein beliebtes Ausflugsziel. Rund herum befinden sich neben dem kreisfreien Frankfurt nur hessische Landkreise: Limburg-Weilburg, Rheingau-Taunus, Lahn-Dill, Main-Taunus und Wetterau.

Der Name deutet bereits darauf hin, dass sich der Hochtaunuskreis im Taunus wie an dessen Randbereichen erstreckt. Als Teil des Rheinischen Schiefergebirges liegt dieses deutsche Mittelgebirge in Hessen und Rheinland-Pfalz. Höchste Erhebung ist mit einer Gipfelhöhe um die 880 Meter der im Hochtaunuskreis befindliche Große Feldberg in der Gemarkung Niederreifenberg bei Schmitten im Taunus. Bekannt und beliebt ist die Anhöhe als Ziel sowohl für Wanderungen als auch Rad- und Motorradtouren. Selbst Johann Wolfgang von Goethe rühmte schon vor Jahrhunderten die weite Aussicht von dort oben, wo er sich 1763 bereits als 14-Jähriger getummelt haben soll. Sehenswürdig ist im nahen Schmitten-Treisberg nebenbei der spektakuläre Blick vom Aussichtsturm Pferdskopf. Als Wintersportgebiet leidet auch der Große Feldberg unter dem Klimawandel – der notwendige Schnee lässt nach. Wer sich auf den waldlosen Gipfel begibt, findet neben dem Aussichtsturm mit der Sendeanlage des Hessischen Rundfunks allerlei weitere Bauwerke vor: wie den mehr als 50 Meter hohen Fernmeldeturm von 1937 – einem der ältesten Sendetürme des deutschen Fernsehens, der selbst aus weiter Ferne im Umland noch gut sichtbar und somit charakteristisches Feldberg-Wahrzeichen ist. Ferner finden sich auf dem Plateau eine Falknerei, Gastronomie und die Bergwacht des Roten Kreuzes (DRK). Sportlich-aktiv kann man den Großen Feldberg über einen der zahlreichen Wanderwege begehen: z. B. auf der gut 20 Kilometer langen Rundwanderroute *, die vom Start- und Zielpunkt „Taunusinformationszentrum“ in Oberursel (U-Bahnstation Oberursel-Hohemark) ausgehend über die Passhöhe Sandplacken hinwärts verläuft und über den Altkönig (dritthöchster Berg im Taunus) zurück geht.

Weitere um den großen Feldberg gelegene Orte sind Glashütten, Königstein und Kronberg. Zwischen beiden letztgenannten Städtchen und dem Königsteiner Stadtteil Falkenstein führt der Drei-Burgen-Wanderweg auf abwechslungsreichen 12,5 Kilometern zu deren jeweiligen Burg(ruin)en. Eine Tour, die z.B. mit Besichtigung der Räumlichkeiten von Burg Kronberg ihren würdigen Abschluss finden könnte – oder herrlich entspannt im Außenbecken des Kurbads Königstein beim spektakulären Blick auf die Ruine von Burg Königstein. Wenige Kilometer entfernt verläuft der bekannte Philosophenweg: Als Verbindung zwischen Kronberg und Königstein findet sich die historische Strecke schon auf Karten, die bis ins Jahr 1869 zurückreichen. Später erfolgte eine offizielle Kennzeichnung als Wanderweg. Mit der kostenlosen Begehung durch die Öffentlichkeit ist nun allerdings Schluss. Lediglich ausgewiesene Kronberger:innen dürfen den Philosophenweg in maximal 60-minütiger Durchlaufzeit noch beschreiten, ohne dafür etwas zu berappen. Grund ist, dass der 1956 gegründete Opel-Zoo seine Tiergehege im Laufe der Jahre zu beiden Seiten des öffentlichen Weges ausgebreitet hat – und für sich daraus seither ein Recht ableitet, dessen Passage mit Zoo-Eintrittsgeldern zu belegen. Nach jahrzehntelangem Streit wurde diesem Ansinnen schließlich stattgegeben und der Weg seit 23. Februar 2022 für den freien Durchgang gesperrt.

Mit knapp 23 Prozent der gut 237.000 Einwohner:innen des Hochtaunuskreises ist dessen Kreis- und Sonderstatusstadt Bad Homburg vor der Höhe die bevölkerungsreichste – und hat dank ihrer Heilwasserquellen auch als Kurstadt einiges zu bieten: So befinden sich im Umfeld des weitläufigen, im Stile eines englischen Landschaftsgarten gestalteten Kurparks gleich mehrere „Badehäuser“ mit jeweils besonderem Spa(ß)-Angebot. Zum mondänen Charakter der Stadt trägt die hier ansässige Spielbank bei, welche in Anspielung auf das weltbekannte monegassische Spielcasino oft „Mutter von Monte Carlo“ genannt wird. Auch der Adel wusste Bad Homburg seit jeher zu schätzen: Das einst landgräfliche „Schloss Bad Homburg“, dem auch die letzte deutsche Kaiserfamilie aus dem Hause Hohenzollern gerne Besuch abstattete, kann besichtigt werden. Darüber hinaus haben viele Unternehmen Bad Homburg bzw. auch den Hochtaunuskreis insgesamt zum Standort erkoren – unter ihnen bekannte Namen wie Hewlett Packard, Gillette und Jaguar. So gesehen, floriert’s hier – was sich in Statistiken zum Kaufkraftindex und Pro-Kopf-Einkommen widerspiegelt: So konnte der Hochtaunuskreis im Jahr 2021 unter allen deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten mit dem dritthöchstem Kaufkraftindex glänzen, wobei Königstein und Kronberg fürs kreishöchste Pro-Kopf-Einkommen stehen.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Landkreis zählt das bei Bad Homburg befindliche Römerkastell Saalburg. In Verbindung mit dem hier verlaufenden Abschnitt des insgesamt 550 Kilometer langen UNESCO-Weltkulturerbes „Obergermanisch-Raetischer Limes“ zeugt dieses von der frühen Zugehörigkeit zum Römischen Reich während der anfänglichen Jahrhunderte unserer Zeitrechnung. Über den „Limeserlebnispfad Hochtaunus“ lässt sich dem Limes zwischen Ober-Mörlen und Glashütten auf über 30 Kilometern per Pedes wie mit dem Radel folgen. Einen weiteren spannenden Ausflug in die Vergangenheit verspricht in Neu-Anspach das „Freilichtmuseum Hessenpark“, wo man lehrreiche Einblicke in früheres Wohnen und Wirken gewinnt.

Zusammengefasst zeigt sich, dass der Hochtaunuskreis wirklich einiges zu bieten hat, was den Besuch lohnt. Über ein großes U-, S- und Regionalbahn-Netz ermöglicht der Öffentliche Nahverkehr die Anreise umweltfreundlich. Ab Dezember (2022) verkehren hier sogar – als Novum im Rhein-Main-Gebiet – die ersten Wasserstoff-Personenzüge im Tanusnetz *. Sie verbinden den Hochtaunuskreis mit Frankfurt und der Wetterau.**


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** In einer fünfteiligen Magazinserie „Wasserstoff & Energiewende“ finden Sie die vielfältigen Aspekte und Chancen von Wasserstoff näher betrachtet. Der Beitrag H2 = Klima-Chance in allen Bereichen von der Heizung über den gesamten Verkehr bis zur Industrie vom 11.05.2022 geht dabei ausführlich auf den Verkehrssektor ein.



Sie möchten gerne weitere hessische Landkreise kennenlernen?


In unserem Auftakt-Artikel finden Sie alle bereits veröffentlichten Landkreis-Beiträge unserer Serie verlinkt.

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