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Goldbarren

Gold: Zahlungsmittel und Statussymbol

Gold spielt eine zentrale Rolle in unserer Gesellschaft. Es ist Statussymbol, das für Reichtum und Wohlstand steht und war bereits früher ein Zeichen für Macht. Doch welche Rolle nimmt Gold in der heutigen Finanzwirtschaft ein? Warum ist es so besonders für die Menschen? Diesen Fragen rund um das gelbe Edelmetall gehen wir in diesem Text auf die Spur.

Gold ist ein Edelmetall, das sehr gut formbar und ewig haltbar ist. Im Periodensystem ist ihm das Elementsymbol AU zugeordnet, nach dessen lateinischer Bezeichnung aurum. Gold ist ein äußerst beständiges Metall. Es lässt sich nur schwer in Säure lösen und ist extrem korrosionsbeständig, das heißt es rostet nicht und ist kaum zersetzbar. Es ist außerdem sehr wertbeständig, da es nur begrenzt verfügbar ist. Genau diese Eigenschaften haben Gold zu einem prädestinierten Material für Münzen gemacht.

Handelsbeziehungen wurden vor Erfindung des Geldes mit Naturalien wie Getreide oder Salz gepflegt. Diese Güter sind verderblich und es ist auf Dauer schwierig, jemanden zu finden, der genau das tauschen will, was man sucht - und dafür auch noch genau das haben möchte, was man selbst abgeben kann. Kaufleute aus dem Reich der Lyder in der heutigen Türkei begannen, Münzen aus Elektron-Barren zu prägen, einer natürlichen Legierung aus Gold und Silber. Später formten die Griechen im großen Stil Münzen aus Silber. Unter Karl dem Großen wurden die Gewichte der Münzen normiert und Silbermünzen als Zahlungsmittel eingesetzt. Durch die wachsende Bevölkerung im Hochmittelalter (1000-1300) nahm auch der Handel zu. Kaufleute brauchten immer mehr Münzen – so war bald der Wunsch nach wertvolleren Münzen geboren. Die Städte Genua und Florenz begannen schließlich, Goldmünzen zu prägen, um einen höheren Münzwert zu erzielen: Der Goldgulden wurde eine der wichtigsten Münzen seiner Zeit.

Gold war im Mittelalter ein knappes Gut in Europa. Dies änderte sich mit den Entdeckungsfahrten von Christoph Kolumbus gen Westen. Vor allem das spanische Königreich plünderte schamlos die Goldvorkommen der „Neuen Welt“. Es gab blutige Kriege, ganze Völker wurden im Kampf um Goldschätze ausgerottet, zum Beispiel Inkas und Azteken.

Gold hatte zudem einen religiösen Wert. Während Gold mit der Sonne gleichgesetzt wurde, wurde dem Mond das Silber zugesprochen. Dadurch konnten Priester den „Wert“ der Metalle bestimmen: Da Sonne und Mond oft als Gottheiten verehrt wurden, hatten die Münzen einen hohen sakralen Wert. Wer viel Gold und Silber hatte, war also auch reich im religiösen Sinne. Auch im Christentum spielt Gold eine Rolle: In der Bibel wird etwa über Gold auf der Straße im Goldland Ophir berichtet. Dort soll König Salomo sein Gold geholt haben.

Goldmünzen verloren nach und nach ihre herausragende Bedeutung im Handel, das Edelmetall Gold jedoch blieb anziehend wie eh und je: Im 19. Jahrhundert wanderten viele Europäer nach Alaska, Kalifornien und Australien aus, nachdem sie erfahren hatten, dass dort Gold gefunden worden war. Deutschlands größtes Goldbergwerk befand sich übrigens in Korbach. Es wurde allerdings schon im 17. Jahrhundert geschlossen.

Auch als Geld in Form von Papier aufkam wurde es nach wie vor häufig in Gold eingetauscht. Denn Gold konnte man mitnehmen, wenn man vertrieben wurde oder fliehen musste – und es behielt seinen Wert. Gerade in Krisenzeiten erlebt Gold deshalb noch heute immer wieder eine Renaissance, da es als Krisenwährung und Stabilitätsanker gilt. Viele Deutsche haben beispielsweise Angst vor der Entwertung des Geldes, wie es 1923 und 1948 bei den großen Inflationen der Fall war. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2018 fürchten sich 61 Prozent der Deutschen vor einer Finanzkriese und 57 Prozent vor einer Inflation.

Schon Im alten Ägypten wurden die Spitzen von Obelisken vergoldet, Kronen und Zepter vieler Herrscher wurden aus Gold hergestellt. Auch heute noch ist es ein Statussymbol: Auffallender Goldschmuck stellt Wohlstand zur Schau. In Indien ist es üblich, Ersparnisse in Form von dünnen Goldreifen als Schmuck zu tragen, vor allem in den ärmeren Teilen der Bevölkerung.

Angebot und Nachfrage bestimmen den heutigen Goldpreis. Dieser schwankt dadurch stark. Gold ist eine spekulative Anlage geworden, Gewinn und Verlust sind möglich - ähnlich wie bei einer Aktie. Nur etwa 3 Prozent der geförderten Goldmenge wir heutzutage in Tresoren und bei Banken gelagert. Denn Gold bietet keinen Inflationsschutz und bringt keine Zinsen. Trotzdem bleibt es für viele Privatanleger eine attraktive Anlagemöglichkeit.

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